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Iran Freigelassen

Sambia: Bodenlos

In Sambia wurden unseren Projekten durch die Schließung  unserer Schulen und der Universität, der einzigen sicheren Einnahmequelle, finanziell der Boden unter den Füßen weggezogen.              

Helmut Reutter berichtet:

Düstere Aussichten
Die Regierung rät den Menschen dringend, zu Hause zu bleiben, was in den dicht besiedelten Wohngebieten fast unmöglich ist. Viele Bewohner gehen nur zum Schlafen ins Haus, da die Unterkünfte hoffnungslos überfüllt sind. Zu Hause zu bleiben ist für diese Menschen auch deshalb keine Option, weil sie nur dann etwas zu essen haben, wenn sie tagsüber irgendwie Geld verdienen können. Aus diesem Grund hat die Regierung bisher noch keine Ausgangssperre verhängt. Die wird aber über kurz oder lang kommen. Wie es dann weitergehen soll, kann sich im Moment keiner vorstellen. Um die Hygiene steht es in diesen Stadtvierteln auch nicht gut. Zumeist teilen sich mehrere Familien einen Wasserhahn und auch nur eine sehr einfache, offene Toilette.

Horrende Inflation
Inzwischen gehen die Preise durch die Decke. Von Einkauf zu Einkauf zahlen wir 25-40% mehr für das Gleiche. Unsere Währung ist nicht mehr halb so viel wert wie noch zu Jahresbeginn, und was wir erwirtschaften, deckt nicht die Kosten. Kündigungen wollen wir so lange wie möglich vermeiden, denn wer entlassen wird, muss ums Überleben kämpfen. So haben wir einen Teil der Angestellten in Urlaub geschickt. In unseren Kliniken aber herrscht Hochbetrieb, und auch unser Kinderheim können wir nicht schließen.

Wie weiter?
Täglich suchen wir nach Möglichkeiten, über die Runden zu kommen. Inzwischen haben wir unsern Uni-Lehrstoff auf eine Online-Plattform gestellt, sodass die Uni wenigstens etwas Einkommen generieren kann. Doch auch da werden leider die Ausgaben bei Weitem nicht durch die Einnahmen gedeckt. Das verursacht Probleme in den anderen Arbeitszweigen, die von der Uni unterstützt werden. Darüber hinaus haben wir auch noch erhebliche Kosten für Masken, Desinfektionsmittel und anderes. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Gehälter unserer Lehrer und Mitarbeiter bezahlen und in Zukunft unsere Kinder ernähren.

Anders als in Europa fehlen bei uns Notfallhilfen und Stützungsprogramme. Hier ist jeder auf sich gestellt. Zum Glück können wir uns an Gott wenden, der uns in der Vergangenheit immer wieder geholfen hat. Wir glauben fest, dass er uns auch durch dieses dunkle Tal führen wird.

Sambia steht exemplarisch für viele unserer Projektländer. Sie wollen helfen? Spenden Sie mit dem Vermerk: COVID-19